700 Jahre Ziltendorf

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Fastnacht - Zampern mit Quark

 

 

Diese Anekdote geschah in Ziltendorf in den 50er Jahren zur Fastnacht. In diesen Jahren war es üblich, dass mehrere Gruppen zampern gingen.  Oftmals bis spät in den Nachmittag hinein, manchmal bis hinein in die Abendbrotzeit. Es muss noch gesagt werden, dass es zu dieser Zeit bei den Bauern fast immer Pellkartoffeln zum Abendbrot gab. So auch an einem Abend zur Fastnachtszeit beim Bauern Heinrich Lehmann. Natürlich standen hier schon die Pellkartoffeln wie auch der Leinölquark auf dem Tisch, als die Zamperleute mit  Akkordeonbegleitung von Emil Liebenau erschienen. Es war wie so oft der harte Kern der Ziltendorfer Fastnacht Alfred Pintsch, Richard Schubel, Otto Vierling, Gerhard Pintsch, Manfred Deska und Oswald Welkisch.  Als Richard Schubel die Schüssel mit dem Quark auf dem Tisch erblickte griff er danach und begann aus ihr mit den Händen zu essen. Zwischendurch sagte er zu Heinrich Lehmann: „ Heinrich aber nicht übel nehmen“. Heinrich Lehmann sah sich das Treiben von Richard Schubel eine Weile an. Dann stand er auf, griff unter die Quarkschüssel und drückte sie mit Schwung Richard Schubel in das Gesicht. Die Schüssel zerbrach dabei und der Quark floss Richard über das Gesicht und die Brust. Er blickte auf und rief nur noch nach einem Handtuch um sich vom Quark zu befreien. Die ganze Gesellschaft brach in schallendes Gelächter aus. Der Musiker spielte auf dem Akkordeon einen Tusch. Heinrich Lehmann ging auf Richard Schubel zu und sagte: „ Richard aber nicht übel nehmen“. Schließlich wurden noch 1 oder 2 Schnäpse getrunken und alles war wieder in Ordnung. Emil Liebenau spielte dann zum Abgang noch einen flotten Marsch und das Zampern bei Heinrich Lehmann war an diesem Tag beendet.

Wir sehen also, zur Fastnacht in Ziltendorf gab es schon immer lustige Geschichten.

 

Günter Lehmann

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