700 Jahre Ziltendorf

Anekdoten und Geschichten

Buch und Feder

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Der verkürzte Gottesdienst

 

In den Jahren 1987 bis 89 tat Herr Pfarrer Ludolf Parisius in der Kirchengemeinde Ziltendorf seinen Dienst. Während dieser Zeit kam es zu folgendem Ereignis. Er hatte kein Auto und musste deshalb alle längeren Strecken mit der Bahn fahren. An einem Sonntag hielt er Gottesdienst wie immer im Pfarrhaus, denn das Gemeindezentrum gab es damals noch nicht. Da er am Nachmittag einen Termin in Frankfurt (Oder) oder Berlin hatte und die Abfahrtzeit des Zuges nicht verpassen wollte, geriet er während des Gottesdienstes unter Zeitdruck. Der Gottesdienst musste also schnell zu Ende gebracht werden. Am Ausgang wurden noch schnell alle Gottesdienstbesucher  verabschiedet. Ihnen ein schöner Sonntag gewünscht, dann ging es auch schon los zum Bahnhof. So eilte er schließlich mit langen Schritten und auf großen Füßen, die er ja hatte, zum Bahnhof und schaffte im letzten Moment noch den Zug. Er sprang hinein, setzte sich und kam langsam zur Ruhe. Während der Fahrt dachte er über den gerade gehaltenen Gottesdienst nach und ihm viel dabei auf, dass der Gottesdienst diesmal recht kurz war. Wie er so nachdachte durchzuckte ihn plötzlich ein schlimmer Gedanke. „Du hast ja vergessen den Segen zu sprechen! Was sollen denn jetzt bloß die Gottesdienstbesucher von dir denken“? Das der Gottesdienst an diesem Sonntag etwas kurz  war, ist allerdings auch den Besuchern aufgefallen. Aber dieser Fehler wurde ihm natürlich verziehen, denn Pfarrer sind auch Menschen mit Stärken und Schwächen wie wir alle.

 

Nach Erzählungen aufgeschrieben von Günter Lehmann

Die Sicherheitskontrolle

 

Die LPG Typ III „Ernst Thälmann“ in Ziltendorf hatte in den 50er Jahren noch mehrere Ställe auf verschiedenen Bauernhöfen mit Vieh belegt. So auch auf dem ehemaligen Grundstück von Wilhelm Garkisch (Neubauer) in der Kirchstraße 6 . Wo ein Viehstall war, musste auch eine Jauchegrube sein um die anfallende Jauche aufzunehmen. In jedem Betreib, so auch in der LPG war es Pflicht der Betriebsleitung in regelmäßigen Abständen alle Anlagen wie Ställe, Jauchegruben usw. auf Sicherheit zu überprüfen. Zuständig für diese Kontrollen in der LPG Ziltendorf war das Mitglied des Vorstandes  Herr Erich Jahn. So kam er auch eines Tages auf Neubauers Hof um die Sicherheit zu kontrollieren. Er war auch schon fast fertig bis auf die Jauchegrube. Hier ging es vor allem darum die Abdeckung auf ihre Festigkeit zu testen. So betrat Herr Jahn ahnungslos die Bohlen der Abdeckung und es geschah das, was nicht geschehen durfte, er brach ein. Zum Glück war die Grube nicht sehr tief und auch nur bis zur Hälfte gefüllt. Nachdem er sich nun bis zur Hüfte in der Jauche stehend, vom Schreck erholt hatte, kommentierte er den Vorfall mit den folgenden Worten: „So weit muss es erst kommen“! Die anwesenden Mitarbeiter halfen ihm wieder aus der Grube heraus, nahmen einen Gartenschlauch und führten die erste Grobreinigung durch. Nach dieser Kontrolle wurde die Abdeckung der Grube natürlich sofort erneuert.

 

Nach Erzählungen aufgeschrieben von Günter Lehmann

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