700 Jahre Ziltendorf

Anekdoten und Geschichten

Buch und Feder

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Die Ziege muss zum Bock

 

Unmittelbar nach dem Ende des Krieges 1945 wurden in Ziltendorf viele Ziegen angeschafft um die Lebensgrundlage der Menschen zu verbessern. Fast jeder im Dorf, der etwas Land besaß, hatte eine oder mehrere Ziegen. So hatten die Menschen Milch, Butter und auch Quark. Und die Versorgung der Familien mit Lebensmitteln wurde so verbessert. Damals hatte sogar der Schuldirektor mehrere Ziegen.

Es war so Anfang der 50 er Jahre, soweit ich mich erinnere, gab es im Dorf keinen Ziegenbock mehr. Aber die Ziegen müssen doch gedeckt werden damit sie Nachwuchs bekommen und wieder Milch geben. So kam es dazu, dass die Ziegen künstlich besamt werden mussten. Es wurde ein leerer Bauernhof in der Gärtenstraße 5 ausgewählt, wo jede Woche einmal ein Besamer kam um die Ziegen zu beglücken. Also mussten die Ziegen dorthin gebracht werden. Nun lebte in der Bahnhofstraße eine Frau Jahn die auch eine Ziege hatte. Aber weil sie noch nicht so lange in Ziltendorf lebte, wusste sie nicht so genau wo die Gärtenstraße 5 ist. Sie machte sich auf den Weg und fragte unterwegs einige Kinder, die auf der Oderstraße spielten: „Hallo Kinder, wisst ihr wo die Ziegen besamt werden?“ Da sagte einer der Jungen: „Oma das weißt du nicht?“ Er ging hin zu der Ziege von Frau Jahn hob das Schwänzchen hoch und sagte: „ Hier Oma Jahn im zweiten Loch von oben!“

Nun wusste Oma Jahn zwar wo die Ziege besamt werden muss, aber wo die Gärtenstraße 5 ist wusste sie immer noch nicht.

 

Nach einer wahren Begebenheit nacherzählt von Walter Lehmann, aufgeschrieben von Günter Lehmann

 

 

Leben und leben lassen

 

Vor 1945 gab es in der heutigen Ernst- Thälmann- Siedlung ein Gut. Das wurde geführt und verwaltet von Amtmann Fischer. Eines Tages kam sein Vorarbeiter und meldete, dass die Leute so viel klauen würden. Er möchte die Leute doch einmal zur Rede stellen und es grundsätzlich verbieten. Der Herr Fischer antwortete: „Er wisse dass, aber lassen sie das man gut sein, die nehmen sich nur so viel wie sie selber für sich brauchen, denn das Meiste bleibt mir doch. Wenn ich ihnen das verbiete, bin ich der Böse und es wird noch schlimmer. Und so wie es ist, machen alle vernünftig ihre Arbeit und wir leben alle in Frieden und zufrieden mit einander“.

 

Nacherzählt von Walter Lehmann, aufgeschrieben von Günter Lehmann

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