700 Jahre Ziltendorf

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Die Ziltendorfer Mundart

 

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde in unseren Orten eine eigene Mundart gesprochen.

Leider ist sie fast verlorengegangen.

Wir, das sind Alfred Pintsch, Ruth Lehmann, Walter Lehmann und Günter Lehmann, haben uns deshalb überlegt einiges in der Ziltendorfer Mundart zu schreiben.

Heute wollen wir mit einer Kurzgeschichte aus überlieferten Erzählungen beginnen.

 

 

 

Gespräche zwischen Guste und Berte

 

"Horche Berte was ich soejen wolde, jistern hoich eire Wilhelme gesahn, dan Lodrijan, hat dar nich zu use Mariechen jekum, un denn hanses uffen Heibodden jetriewen.

Aber das ene soeje ich da Berte, kreit use Marie en Kind van eire Wilhelme, denn wird jeheiroet, das ene soeje ich da Berte.

Ich hur schon dahn Pastor bescheet jesoejet. Dar wärt se och ne scheene Predicht machen!"

 

Für all Jene, welche sich nun damit etwas schwer tun hier die Übersetzung ins Hochdeutsche:

Höre Berta, was ich sagen wollte, gestern habe ich euren Wilhelm gesehen, diesen Schlingel, war er nicht zu unserer Mariechen gekommen und dann haben sie es auf dem Heuboden getrieben.

Aber das einen sage ich dir Berta, bekommt unsere Marie ein Kind von ihrem Wilhelm, dann wird geheiratet, das eine sage ich dir Berta.

Ich habe schon dem Pastor Bescheid gesagt. Da werden sie auch eine schöne Predigt machen!

Oh Guste, stehst je heite schon verde Tiere. Dau haster ja schon so fein jemacht, was isnin los?

Weste Berte ich hor doch en neien Freind, dar is aus Ferschtenberch.

Ach so Guste, ich hor mer schon jewundert weil de ne neie Schärze imme hast, un en neies Kopplappe un neie Laderpantoffeln haste och.

Joh Berte un nu warte ich das ha kimmt. Was is ha denn von Beruf, Guste?

Ha is „Methodiker“ hat ha jesoijet.

„Methodiker“ was issen das Guste? Das wees ich ooch nich Berte, aber ich ho mer viersichtshalber vierne un hingerne gewascht!

 

...und hier wieder die Übersetzung ins Hochdeutsche:

Oh Auguste, stehst ja heute schon vor der Tür. Du hast dich ja schon so fein gemacht, was ist denn los?

Weist Du Berta ich habe doch einen neuen Freund, der ist aus Fürstenberg.

Ach so Auguste, ich habe mich schon gewundert weil Du eine neue Schürze um hast und ein neues Kopftuch und neue Lederpantoffeln hast Du auch.

Ja Berta und nun warte ich dass er kommt. Was ist er denn von Beruf, Auguste?

Er ist "Methodiker" hat er gesagt.

"Methodiker" was ist denn das Auguste? Das weiß ich doch auch nicht Berta, aber ich habe mich vorsichtshalber vorne und hinten gewaschen!

 

Nacherzählt von Ruth und Walter Lehmann - aufgeschrieben von Günter Lehmann

Alte Redensarten

 

- kimm her uffn Sclipp

- nimm de Kittele hoch

- häng de Joppe an dan Nugel

- de Scherze abbinden

- ins Faster gucken

- de Tiere zu machen

- das Vieh fietern

- mit dem Part wegfahren

- de Keuen uff de Weede treiben

- iss doch langsun

- ha kimmt durch de Gasse

- das Scheintur zu machen

- de Schufe blöken

- ha kimmt aus de Schule

- dar Köter bellt

- dar Kuter jeht auf Brautschau

- kimm mul her

 

 

- komm her auf den Schoß

- nimm die Kleider hoch

- häng die Jacke an den Nagel

- die Schürze abbinden

- in das Fenster gucken

- die Tür zu machen

- das Vieh füttern

- mit dem Pferd wegfahren

- die Kühe auf die Weide treiben

- iss doch langsam

- er kommt durch die Gasse

- das Scheunentor zu machen

- die Schafe blöken

- er kommt aus der Schule

- der Hund bellt

- der Kater geht auf Brautschau

- komm mal her

Der Ochse steht im Stall und frisst,

die Magd, die wird vom Knecht geküsst.

Dem Opa ist das einerlei,

er geht in den Stall und schmeißt sich lang ins Hei!

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